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Die Grüne Mauer Afrikas - Ein Weltwunder entsteht

Todbringende Hungersnöte und schwerwiegende Dürreperioden. Das Sterben von Vieh, die Zerstörung ganzer Ernten, Armut und Arbeitslosigkeit aufgrund der unaufhaltsamen Ausbreitung der Sahara in Richtung Süden, Erklären Afrikas Sahelzone zum Risikogebiet vergangener und bevorstehender Katastrophen.

 

Die Sahelzone liegt als Übergangszone zwischen der staubtrockenen Sahara im Norden und den fruchtbaren Feuchtsavannen im Süden im Fokus der Aufmerksamkeit. In dieser Region, welche sich von der Ostküste bis zur Westküste quer durch Afrika zieht, steckt das riesengroße Potential zur positiven Veränderung für Millionen von Menschen.

 

Nicht nur für die heimische Bevölkerung, auch für das weltweite Klima und den Frieden. Dieses Potential ergießt sich in der Aufforstung der Sahelzone. In der Erschaffung eines grünen Walls aus Bäumen, quer durch den Kontinent. In der grünen Mauer Afrikas.

 


Was ist die Grüne Mauer Afrikas?

Die grüne Mauer Afrika, auch Initiative Große Grüne Mauer der Sahara und des Sahel oder im Englischen "Great Green Wall Africa" genannt, ist eine im Juli 2005 von der Afrikanischen Union beschlossene Initiative gegen das Vordringen der Wüste Sahara in die Sahelzone und gegen den weltweiten Klimawandel.

 

Bis zum Jahre 2030 sollten auf einem Streifen von rund 8000 km Länge und mindestens 15 km Breite Bäume gepflanzt werden.

 

  • Die Grüne Mauer führt durch 11 Länder.
  • Dabei sollen 10 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden.
  • 100 Millionen Hektar unfruchtbares Land sollen wieder fruchtbar gemacht werden.
  • 250 Millionen Tonnen Kohlenstoff sollen gebunden werden.

 

Ausgehend von der westafrikanischen Hauptstadt Dakar im Senegal, bis nach Dschibuti an der ostafrikanischen Küste. The Great Green Wall gilt als das Vorzeigeprojekt Afrikas, welches, konsequent und mit ausreichend finanzieller Unterstützung umgesetzt, Millionen von Leben nicht nur retten, sondern auch kultivieren kann.

 

Welche Länder sind beteiligt?

 

Zu Beginn waren 11 Staaten involviert. Mittlerweile (Stand 2019) geht die Initiative über die Sahelzone hinaus und weitere 10 Staaten beteiligen sich am Projekt: 

 

  • Äthiopien
  • Ägypten
  • Algerien
  • Burkina Faso
  • Benin
  • Dschibuti
  • Eritrea
  • Ghana
  • Gambia
  • Kamerun
  • Kap Verde
  • Libyen
  • Mali
  • Mauretanien
  • Niger
  • Nigeria
  • Senegal
  • Somalia
  • Sudan
  • Tschad
  • Tunesien

14,3 Milliarden Dollar sind auf der One Planet Summit 2021 in Paris für Afrikas Grüne Mauer im Sahel aufgebracht worden, um das Projekt zu unterstützen.



Was bringt die grüne Mauer für die Bewohner der Sahelzone?

 

Tausende Hektar Land verliert die Sahelzone jedes Jahr an die Sahara. Allein im Senegal sind es rund 50.000 Hektar. Je nach Region variieren die genauen Zahlen. Die Verwüstung geht mit massiven Ernteausfällen, Hungerkatastrophen, Krankheitsausbreitungen, Arbeitsplatzverlusten, einer gesteigerten Kriminalitätsrate und einer großen Landflucht einher. All dem erhofft sich die Initiative Große Grüne Mauer der Sahara und des Sahel entgegenzuwirken. Eine intelligente, dichte Bepflanzung drängt die Wüste zurück, zieht Regenwolken an, macht Böden wieder fruchtbar, spendet dem Menschen und den Wild- und Nutztieren sowohl Nahrungsgrundlagen durch Baumfrüchte, als auch Schatten und Holz. Sie schafft Arbeitsplätze und senkt somit Unruhen und Beschaffungskriminalität in der Bevölkerung.

 

Die grüne Mauer Afrikas soll auf direktem Wege zu den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung beitragen. 15 der 17 genannten Ziele ist das Projekt in der Lage zu beeinflussen:

 

  1. Armut bekämpfen
  2. Den Hunger eines jeden Menschen stillen
  3. Gesundheit und Wohlbefinden
  4. Ein hochwertiges Bildungssystem
  5. Gleichberechtigung der Geschlechter
  6. Sauberes Wasser und ein funktionierendes Abwassersystem
  7. Saubere und erschwingliche Energie
  8. Die Schaffung von Arbeitsplätzen und ökonomisches Wachstum
  9. Die Etablierung von Industrie und Infrastruktur
  10. Ungleichheit angleichen
  11. Verantwortungsvolle Produktion und verantwortungsvoller Konsum
  12. Dem Klimawandel entgegenwirken
  13. Schutz der Landlebewesen
  14. Friede, Gerechtigkeit und starke unterstützende Einrichtungen
  15. Länderpartnerschaften, welche die gemeinsamen Ziele unterstützen

Die Grundlage der Hilfe zur Selbsthilfe ist gelegt. Soweit die Theorie und die große Hoffnung, welche hinter dem Projekt steht. Das ein solch gigantisches Unterfangen in Teilen der ärmsten Länder der Welt nicht problemlos umzusetzen ist, ist vorauszusehen.



Mit welchen Problemen ist das Projekt konfrontiert?

Bisher konnte nur ein Bruchsteil der geplanten Aufforstung umgesetzt werden. Vor allem in den Ländern des mittleren Afrika geht das Projekt eher schleppend voran. Nicht selten kommt das Geld durch Korruption nicht da an, wo es ankommen sollte. Teilweise steht das Projekt länderabhängig in der Dringlichkeitsliste eher weiter unten im Plan.

 

Der starke Terrorismus in bestimmten Ländern tut sein Übriges und schwächt die Motivation oder auch die Möglichkeit zur Mithilfe bei der Bevölkerung und bei Hilfsorganisationen enorm. Letzteres ist jedoch eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Realisierbarkeit der grünen Mauer Afrikas. Ohne die Arbeitskraft der Bevölkerung und die dauerhafte Beteiligung an der Pflege der Bepflanzung geht es nicht.

 

Kritiker bemängelten im Jahre 2012 die Ineffizienz eines durchgehenden Grünstreifens, da dieser in nichtbewohnten Gebieten durch eine unzureichende Pflege durch die Bevölkerung kaum aufrechtzuerhalten sei. Daraufhin musste das Projekt angepasst werden. Weg von einer reinen Massenbepflanzung, hin zu einer engen Zusammenarbeit mit Dorfgemeinschaften, einer Integration der Bepflanzung in vorhandene Projekte und die Aufrechterhaltung bereits vorhandenen Baumbestandes. Heute spricht man intern daher weniger von einer Mauer, mehr von einem Mosaik.

 

Der Weg zum Ziel ist lang. Auf dem Weg dorthin muss dazugelernt und häufig auch umgeplant werden. Auch aufgrund von fehlenden Geldern der letzten Jahre ist das Projekt ins Stocken geraten. Die riesige Finanzspritze aus dem Jahre 2021 soll diesem nun wieder Leben einhauchen.



Great Green Wall Africa - Was wurde bereits umgesetzt?

Erst 15 Prozent der ursprünglich angedachten Bäume wurden bis zum Jahre 2017 gepflanzt. Die Ziele sind demnach noch lange nicht erreicht. Dennoch können viele Länder auch heute schon mit positiven Ergebnissen aufwarten.

 

Im Senegal etwa, wurden auf einer Länge von 150 km und einer Fläche von 40.000 Hektar 12 Millionen Bäume gepflanzt. Hauptsächlich einheimische Arten, welche mit großer Trockenheit zurechtkommen, wie etwa die Akazie.

 

In Äthiopien wurden 15 Millionen Hektar verwüsteter Nutzfläche wiederhergestellt.

In Burkina Faso sind es 3 Millionen Hektar.

5 Millionen Hektar wurden in Nigeria wieder hergestellt.

5 Millionen Hektar auch im Niger.

 

Durch die Wiederherstellung konnten allein im Niger 500.000 Tonnen zusätzliches Getreide gewonnen werden. Diese Menge an Getreide ernährt 2,5 Millionen Menschen.



 





Photocredit:

www.greatgreenwall.org

Quellen:

www.greatgreenwall.org/about-great-green-wall

www.greenbeltmovement.org

 

www.dw.com

 

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