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Fairer Handel wirkt: Die bewegende Geschichte von Esperance Balingayao

Bei der Gründung der Womencraft Handwerksgruppe im tansanischen Mtendeli-Flüchtlingscamp war die Mitwirkung von Esperance enorm wichtig für den Aufbau der Gruppe. Sie unterstützte die Kunsthandwerker/innen beim Erlernen der neuen Techniken, half beim Umgang mit den Werkzeugen und bei der Sicherung hoher Qualitätsstandards. Heute ist Sie für die Koordination der Bestellungen direkt mit dem WomenCraft Büro, die Betreuung der Produktionstermine und die Qualitätssicherung verantwortlich. Die Produkte Ihrer Handwerksgruppe werden unter dem WomenCraft Label an Kunden in der ganzen Welt verkauft.


Die Geschichte von Esperance Balingayao

 

Als wir hörten, dass die Regierungsmilizen in die Nachbardörfer eindrangen und Menschen verschwanden, flohen wir mitten in der Nacht aus unserem Haus. Ich war mit meinen sechs Kindern auf mich allein gestellt, da mein Mann bereits mit seiner zweiten Frau geflohen war. Wir ließen alles zurück und nahmen nur mit, was wir unbedingt brauchten. Denn wenn sie Dich mit all Deinen Habseligkeiten sehen, wissen sie, dass Du fliehst und können dich dafür töten. Wir liefen die ganze Nacht und hielten uns an die einsamen und dunklen Pfade abseits der Hauptstraßen.

 

 

“I remembered the way very well as this was the third time that we had to leave our home in Burundi and flee to the camps in Tanzania.”

 

 

Von unserem Haus aus braucht man zwei volle Tage, um zu Fuß zur tansanischen Grenze zu gelangen. Man muss die kleinen Nebenwege nehmen, da man auf den Hauptstraßen erwischt werden könnte. Nach Sonnenaufgang sind wir einfach weitergelaufen, bis es wieder Abend wurde. Die Wege führen durch Wälder und über Berge. Manchmal mussten wir sogar Flüsse überqueren. Am Abend fanden wir eine kleine Hütte einer Familie, die uns aufnahm und uns bis zum nächsten Morgen Unterschlupf gewährte. Am späten Nachmittag des nächsten Tages erreichten wir die Grenze, wo tansanische Einwanderungsbeamte unsere Personalien aufnahmen. Wir warteten drei weitere Tage an der Grenze, bis wir einen Bus nehmen konnten, der uns und andere Flüchtlingsfamilien zum Mtendeli Camp brachte.

 

 

“The biggest challenge for us was that we did not travel with any food. The journey is far and we all suffered from hunger. Some of my children are still very young, so sometimes I had to carry them.”

 


Das Leben im Flüchtlingslager

Wir kamen im September 2017 im Mtendeli-Camp an und erhielten zwei provisorische Zelte aus UNHCR-Planen. Ein Zelt ist für meinen Mann und mich, das andere ist für unsere sechs Kinder und zwei Waisenkinder, die wir in unsere Obhut genommen hatten. Das Leben im Lager ist hart. Wir sind Bauern, aber können im Lager, außer ein paar Maispflanzen zwischen unseren Zelten, nichts anbauen. Wir sind von den monatlichen Lebensmittelrationen des World Food Programs abhängig. Diese reichen jedoch nicht aus, um die ganze Familie zu ernähren. Vor kurzem wurden diese Rationen sogar gekürzt, was die Situation noch schwieriger macht. Auch die Wasserversorgung ist ein großes Problem. Alle Bewohner dürfen Wasser nur an den öffentlichen Wasserhähnen im Lager holen, wodurch es zu langen Schlangen kommt.

 

 

“Some days, we are unable to collect any water at all. So the next day, you have to really fight to get your water.”

 

 

Wenn wir im Flüchtlingslager nichts bekommen, müssen wir Wasser aus dem Fluss außerhalb des Lagers holen. Als Flüchtlinge dürfen wir das Camp jedoch nicht verlassen. Die einzige Möglichkeit ist eine Sondergenehmigung zum Verlassen des Camps, welche jedoch nur schwer zu bekommen ist. Da wir das Lager nicht verlassen dürfen, können wir auch keinen Handel mit den umliegenden Gemeinden treiben. Innerhalb des Flüchtlingslagers gibt es keine wirklichen Einkommensmöglichkeiten. Obwohl das Leben dort sehr schwierig ist, bin ich froh, dass wir unsere Kinder zur Schule schicken können. Es gibt eine Grund- und eine weiterführende Schule. Außerdem gibt es ein Krankenhaus, in dem wir uns behandeln lassen können. Wir fühlen uns im Mtendeli-Camp weitestgehend sicher. Ich mache mir jedoch große Sorgen darüber, dass die tansanische Regierung burundische Flüchtlinge wieder nach Hause schickt, weil die Lage in unserem Land wieder stabil ist. Ich stehe in Kontakt mit Verwandten, die in Burundi geblieben sind. Deshalb weiß ich, dass es für uns nach wie vor nicht sicher ist. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass unser Land jemals wieder sicher für uns sein wird.

 

 

“We have fled three times already. We are so exhausted and we can’t ever imagine returning to Burundi.”

 

Weben für eine bessere Zukunft

Wir haben in unserer Region in Burundi eine lange Web- und Felchttradition. Meine Mutter brachte mir mit dreizehn Jahren das Weben bei. Heute bin ich sehr froh, dass ich durch das Weben im Rahmen von WomenCraft ein Einkommen habe und meine Familie im Camp versorgen kann. Im Lager bin ich der WomenCraft Webereigruppe direkt nach der Gründung beigetreten. Die Designs und die hohe Qualität der Produkte haben mich sofort begeistert. Die ersten Muster zu erstellen war eine Herausforderung, da ich die Designs noch nicht gut kannte, und vorher nie mit diesen Techniken gearbeitet hatte. Aber ich beschloss, mich dieser Aufgabe hinzugeben und beherrschte die neuen Techniken schnell. Nach viel harter Arbeit wurde ich schließlich dazu ausgewählt, unsere Gruppe von 50 Kunsthandwerkern zu leiten.

 

 

“I am proud about my weaving and I am so happy to be leading our group to help artisans grow and produce our high quality products.”

 

 

Auch meine Familie ist stolz auf mich. Sie wissen, dass das Weben zu meinem Beruf geworden ist, und wir durch das Einkommen unser Leben im Lager verbessern konnten. Das Einkommen ermöglicht es uns, die unzureichenden Lebensmittelrationen zu ergänzen und anständige Kleidung und Seife zu kaufen. Einen Teil meines Einkommens spare ich, um es in die Einrichtung eines kleinen Cafés im Lager zu investieren. Hier möchten wir Tee und Doughnuts servieren. Alles, was ich mir für die Zukunft wünsche ist, dass ich und meine Familie an einem sicheren und friedlichen Ort leben können. Auch, wenn das bedeutet, im Lager zu bleiben. Solange wir die Möglichkeit haben, als Weber zu arbeiten, ist das für uns in Ordnung.

 

 

“I am so excited to be able to sell my products to customers around the world and we have to work hard to keep our customers happy and to continue to place orders.”



Das hangdewebte WomenCraft-Sortiment mit Produkten von Esperance und Ihrer Handwerksgruppe kannst Du hier entdecken.

 

 

 





Photocredit:

www.womencraft.org

 

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