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Fair Fashion - Mode für eine bessere Welt

Hinter dem Glamour der schönen Hochglanzbilder in Magazinen und auf Laufstegen auf der ganzen Welt verbirgt sich die Realität der globalen Modeindustrie - ein düsteres Porträt von Frauen, die in bitterer Armut leben und ums Überleben kämpfen müssen, um die Anforderungen der High Street zu erfüllen.

 


Warum Fair Fashion?

Fair Fashion hat viele Namen: Eco Fashion. Ethical Fashion. Nachhaltige Mode. Grüne Mode. Responsible Fashion. So langsam gewöhnen wir uns an diese Begriffe, doch so richtig definiert sind sie nicht. Dabei lässt sich Fair Fashion ganz einfach erklären: Als gewissenhafte Verbraucher setzt ihr mit eurer Entscheidung, ethisch zu kaufen, ein Zeichen für Nachhaltigkeit. Mittlerweile sprießen immer mehr Fair Fashion Shops aus dem Boden. Wir zeigen Euch worauf es ankommt und wo Ihr faire Kleidung mit gutem Gewissen kaufen könnt.

 

Was bedeutet faire Kleidung kaufen im Detail?

 

Faire Kleidung muss nicht unbedingt teurer als konventionelle Kleidung aus Massenproduktionen sein. Gerade in den letzten Jahren ist die Nachfrage und das Angebot nach Fair Fashion Outfits deutlich gestiegen. Es gibt vier Faktoren, auf die du achten solltest, wenn du nachhaltig Kleidung konsumieren möchtest: 



1. Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen

 

Für Verbraucher, die ethisch einkaufen wollen, ist es wichtig zu wissen, dass die Menschenrechte der Produzenten der Kleidungsstücke eingehalten werden. Trotz internationaler Standards und staatlicher Gesetze, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte am Arbeitsplatz einsetzen, arbeiten die Bekleidungsproduzenten oft in extrem unsicheren Strukturen. Die Rana Plaza-Katastrophe ist das extremste und tragischste Beispiel. Nach diesem Ereignis unterzeichneten über 200 Marken das Accord-Programm, in dem neben anderen Sicherheitsmerkmalen auch wesentliche Sicherheitsupdates als verpflichtend erklärt wurden. Doch trotz dieser Massenunterzeichnung wurden notwendige Punkte immer noch nicht umgesetzt und viele Gebäude erfüllen die verbindlichen Anforderungen nicht - viele der Arbeitsstätten in den betroffenen Gebieten verfügen beispielsweise immer noch nicht über Feuerleitern. Solange große Unternehmen die Sicherheitsprüfungen und -anforderungen nicht einhalten, sind viele Arbeiter tödlichen Gefahren ausgesetzt, und die Marken müssen sich stärker zu ihrer Verantwortung für die Sicherheit ihrer Gebäude und Arbeiter bekennen.



2. Faire Bezahlung

Ein existenzsichernder Lohn ist ein Menschenrecht. Aufgrund der Komplexität dieser Definition und des Fehlens einer allgemeingültigen Politik gibt es systemische Menschenrechtsverletzungen bei der Beschäftigung von Millionen von Bekleidungsarbeitern auf der ganzen Welt. Obwohl die Modeindustrie eine Milliarden-Dollar-Industrie ist, erhalten viele Arbeiterinnen und Arbeiter Löhne, die sie weiter in die Armut treiben - in Bangladesch beispielsweise deckt der Mindestlohn nur 60% der Lebenshaltungskosten in einem Slum. Die Betrachtung des Geschlechterfaktors wirft auch ein Licht auf das Leben vieler Frauen: Sie arbeiten lange für wenig Geld, versorgen neben der Hausarbeit auch noch die Kinder und sehen sich daher mit den extrem negativen und sozialen Problemen konfrontiert, die mit dem Leben in großer Armut einhergehen. Der düstere Kreislauf der Armut in dieser Situation zwingt viele Arbeiterinnen dazu, exzessive Überstunden zu machen - was riskant ist und negative gesundheitliche Folgen verstärkt.

 

Darüber hinaus gibt es immer mehr Untersuchungen, die belegen, dass nur wenige Prozent der Endkosten für Kleidung auf den Lohn der Arbeiter entfallen, manchmal sogar nur 0,5-3%. Der Kauf eines solchen Kleidungsstücks duldet Armut oder verschärft sie sogar.



3. Keine Zwangs- und Kinderarbeit

36 Millionen Menschen leben heutzutage in einer Art moderner Sklaverei, was allein schon sehr erschreckend ist, und noch erschreckender ist, dass viele von ihnen in den Lieferketten von Mode- und Einzelhandelsmarken tätig sind. In vielen Ländern (Indien, Indonesien und Vietnam, um nur einige zu nennen) besteht ein extremes Risiko von Zwangsarbeit, da die diesbezüglichen Vorschriften nur unzureichend umgesetzt werden. Trotz des Verbots von Kinderarbeit in den meisten Ländern und globaler und nationaler Initiativen zur Abschaffung von Kinderarbeit, sind fast 11 % der Weltbevölkerung Kinderarbeiter (!!!). In der Bekleidungsindustrie werden Kinder auf allen Stufen der Lieferkette ausgebeutet, was nicht nur ihre Bildung, sondern auch ihr soziales und moralisches Wohlergehen beeinträchtigt. Sie existiert und ist profitabel (und in vielen Fällen unsichtbar) wegen der großen Nachfrage nach billiger, ungelernter Arbeit.

 

Auch die gerechte Entlohnung spielt eine Rolle, da die überzähligen erwachsenen Arbeiter in ihren Familien die Minderjährigen nicht mit einem so geringen Einkommen unterstützen können, was die Kinder dann dazu zwingt, in einem jüngeren Alter zu arbeiten. Es ist sehr leicht zu sehen, wie dies den Kreislauf der Armut verfestigt: da Kinderarbeit zu niedrigeren Bildungsquoten und höherer Arbeitslosigkeit führt und die Löhne auch in der Erwachsenenarbeit niedrig hält. Die Modeindustrie sollte die schwächsten und stimmlosesten Mitglieder der Gesellschaft nicht ausbeuten. Ein guter Tipp ist die Liste der Fair Wear Foundation, in der Marken aufgeführt sind, die durch die Unterzeichnung eines Verhaltenskodexes nachweisen können, dass in ihrer Lieferkette keine Kinderarbeit vorkommt (und solche, die davon ausgeschlossen wurden).



4. Kulturelle Bewahrung

Historisch gesehen war die Bekleidungsindustrie ein wichtiges Vehikel für Veränderung und Entwicklung auf kommunaler und internationaler Ebene. Folglich könnte eine gesunde Bekleidungsindustrie nicht nur Arbeiter aus der Armut befreien, sondern auch alte Fertigkeiten bewahren. In den Entwicklungsländern ist der handwerkliche Sektor nach der Landwirtschaft der zweitgrößte Arbeitgeber, und Techniken wie Weben, Sticken und Siebdrucken werden von Generation zu Generation weitergegeben. Viele Menschen in den Entwicklungsländern sind ausschließlich auf dieses Handwerk angewiesen, um zu überleben. Ohne die Stärkung und Förderung des Handwerks könnte ihre Zukunft - zusammen mit ihrer Sprache, Kultur und ihren Ritualen - sehr unsicher sein. Fair Fashion erhält alte Fertigkeiten aufrecht und stärkt indigene Gemeinschaften, die oft an den Rand gedrängt sind und keinen Zugang zum globalen Modemarkt haben.



 





Warum Fast Fashion für Mensch und Umwelt nicht gut sein kann - wo liegen die Unterschiede zu Fair bzw. Slow Fashion?

 

Fast Fashion bezeichnet minderwertige, preisgünstige, massenproduzierte und maschinell hergestellte Kleidungsstücke, die schnell wieder auf der Mülldeponie landen. Slow-Fashion-Kleidung hingegen wird von Hand gefertigt, benötigt Zeit für die Herstellung, nutzt künstlerisches Talent und hat meist eine bessere Qualität. Slow-Fashion-Kleidungsstücke zeichnen sich bei guter Pflege vor allem aufgrund Ihrer Langlebigkeit aus und behalten über einen Zeitraum von mehreren Wäschen ihre Form. Diese können jahrelang oder sogar ein Leben lang halten. Bei nachhaltiger Mode geht es um die Verwendung von Fasern aus organischen, recycelten, wiederverwendeten und upgecycelten Materialien. Bei der Auswahl werden Materialien mit weniger Chemikalien, Farbstoffen, Energie, weniger Ressourcen, weniger Abfall und minimalen Auswirkungen gewählt.



Fashion Revolution Week - Who made my clothes?

 

Überall auf der Welt haben sich Menschen zu der Gemeinschaft "Fashion Revolution Week" zusammen getan, mit dem Ziel, die Modeindustrie nachhaltig zu verändern. Anlass dazu gab der Einsturz der Rana Plaza-Fabrik, bei dem am 24. April 2013 - 1.138 Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden. Mit diesem Ziel vor Augen findet seitdem jedes Jahr die Fashion Revolution Week Ende April statt, um das Bewusstsein der Menschen für ihren Kleidungskonsum zu schärfen und die Modeindustrie nachhaltig zu verändern. Datum Fashion Revolution Week 2021: 19. - 25. April


Weitere Infos: www.fashionrevolution.org


 

Verbraucher haben die Macht

Fair Fashion lässt sich ganz einfach erklären: Als gewissenhafte Verbraucher setzt ihr mit eurer Entscheidung, ethisch zu kaufen, ein Zeichen für Nachhaltigkeit und bestimmt das Angebot. Deine Entscheidungen, ob positiv oder negativ, haben tatsächlich eine direkte Auswirkung auf diejenigen, die in den Lieferketten der Modebranche arbeiten. Nirgendwo wird dies so deutlich wie in der Bekleidungsindustrie. Unternehmen müssen umdenken, da Kunden mittlerweile viel umfangreichere Ressourcen zur Informationsbeschaffung zur Verfügung haben (was die Wahl für Verbraucher allerdings auch schwieriger macht) und ihre Entscheidungen sehr informiert treffen können. Diese vollumfängliche Informiertheit der Kunden ist ein noch nie dagewesenes Phänomen und die Unternehmen sind bereits dabei, auf den Wunsch nach Fairness und Nachhaltigkeit der Kunden einzugehen. Faire Kleidung kaufen war noch nie so einfach wie heute.



Fair Fashion aus Afrika - welche Brands gibt es und wo kann man faire Kleidung - Handmade with Love in Africa - kaufen?

Wenn du zu etwas mehr Fairness in der Modeindustrie beitragen möchtest, sind die nachfolgenden Fair Fashion Shops eine gute Adresse, um faire Mode aus Afrika zu beziehen. Wir stellen Dir in alphabetischer Reihenfolge nun die schönsten Brands und Labels vor. Alle angebotenen Produkte sind in Deutschland erhältlich:



Africulture

Faire Kleidung aus dem Familienunternehmen ONEWAY in Kenia - fair und nachhaltig produziert. Gegründet wurde das Unternehmen von den beiden Brüdern Arjun und Neel. 

Zum Africulture Fair Fashion Shop: www.africulture.de




Ecosandals

Handgefertigte Ledersandalen aus Kenia mit robusten Upcycling-Sohlen aus alten Autoreifen die in den Straßen Nairobis gesammelt werden. Eine kleine Auswahl für Damen und Herren findest Du bei uns im Shop.

Zum Ecosandals Fair Fashion Shop: www.fairtrade-afrika-shop.de/ecosandals




Global Mamas

In Ghana genähte Kleidung für Groß und Klein aus GOTS-zertifizierter Baumwolle. Auch Taschen, Tücher uvm. werden im Sortiment angeboten. Die Stoffe sind handgebatikt und die Artikel werden einzeln genäht, weshalb jedes Kleidungsstück handsigniert ist. Tipp: der Schmuck im Fair Fashion Shop kann sich sehen lassen.


Zum Global Mamas Fair Fashion Shop: www.fairtrade-afrika-shop.de/globalmamas



 

Khala Design

Khala Design fertigt faire afrikanische Mode in Malawi. Farbenfrohe Muster und afrikanische Prints prägen die Kollektion: Wendejacken, Blousons, Shirts uvm. für Damen und Herren - afrikanisches Design kann auch richtig stylisch sein.

Zum Khala Design Fair Fashion Shop: www.khaladesign.com

 



Kipepeo Clothing

Bezaubernde Shirts, Accessoires uvm. aus Bio Baumwolle für Groß und Klein mit Motiven, die von Schulkindern in Tansania bzw. Kenia gezeichnet wurden. Der Erlös kommt Schulen in Ostafrika zugute. Ein richtig tolles Projekt welches vom Kipepeo Gründer Martin und seinem Team mit ganz viel Leidenschaft und Herzblut betrieben wird.

 

Zum Kipepeo Clothing Fair Fashion Shop: www.kipepeo-clothing.com

 



Panafrica Shoes

Einzigartige und farbenfrohe Sneaker mit einem Hauch von Afrika an deinen Füßen. Panafrica verbindet gekonnt afrikanische Designs mit hochwertigen Materialien wie Recycling PET, Canvals Baumwolle, Wildleder uvm. Mit jedem Verkauf unterstützt das Kult-Schuhlabel drei #walkforschool Projekte in Benin, Kamerun und Burkina Faso. Alle Modelle werden in Marokko gefertigt.

 

Zum Panafrica Fair Fashion Shop: www.fairtrade-afrika-shop.de/panafrica

 

 

Du hast es mit deinem Konsumverhalten in der Hand, also lasse diese Chance für eine bessere Welt für alle nicht ungenutzt und entscheide dich dafür, faire Kleidung zu kaufen!


Photocredit:
Global Mamas

 

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