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Corona in Afrika - Auf in den nächsten Kampf (Teil 1)

Aktuelle Zahlen, Daten und Informationen zur COVID-19 Ausbreitung in Afrika erfährst Du im Teil 1 dieser Blogreihe: Corona in Afrika

Im zweiten Teil, welchen wir nächste Woche veröffentlichen, erläutert Franz Ludwig Keck von der Galerie Little Zim anhand eines persönlichen Interviews die Auswirkungen der Pandemie in den Townships von Simbabwe. Er befindet sich seit ca. 3 Monaten mit seiner Familie in den Townships nähe der Hauptstadt Harare.

 

Wo stehen wir aktuell?


COVID-19 ist in fast allen afrikanischen Ländern angekommen. Die Zahlen der Neuinfektionen halten sich im Vergleich zu Asien, Europa und den USA (Stand 15.4.20) noch zurück. Die Wachstumsrate liegt seit dem 5.4.2020 konstant bei unter 10%. Sollte sich die aktuelle Tendenz mit einer durchschnittlichen Neuinfektionsrate von 5,9%  jedoch weiter fortsetzen so wären in drei Monaten ca. 2,9 Millionen Menschen infiziert. (Quelle: Afrika.info) Viele Experten gehen davon aus dass sich der Kontinent im Moment am Anfang der Pandemie befindet und der High Peak erst im Sommer erreicht sein wird. Als Gründe werden u.a. folgende Punkte aufgeführt:

  • Miserable Gesundheitssysteme
  • Social Distancing schwer umsetzbar
  • Mangelnde Wasser- & Hygieneversorgung
  • Armut
  • Vorerkrankungen

Viele Fragen sich auch warum der Virus erst jetzt in Afrika Fuß fasst. "Als Globalisierungsverlierer könnten die afrikanischen Länder mit einem blauen Auge als Pandemiegewinner hervorgehen", titelte das Wochen Magazin in Ihrem Onlineartikel vom 24.3.2020. Die Erfahrungen mit der Bekämpfung des Ebola Virus, die warmen Temperaturen und das junge Durchschnittsalter der Bevölkerung könnten ebenfalls hilfreich sein.

 

Fakt ist, dass momentan niemand genau sagen kann wie sich die Ausbreitung des Virus in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt. Virologen vermuten dass die Dunkelziffer an Infizierten aufgrund fehlender Testmethoden bereits jetzt schon viel höher ist.

Eine interessante Quelle zu den aktuellen Corona-Fallzahlen stellt die Nachrichtenseite afrika.info auf Ihrer Webseite zur Verfügung. Dort wird die Gesamtentwicklung mit entsprechenden Länderzahlen übersichtlich und tagesaktuell dargestellt.

 



Welche Schutzmaßnahmen werden durch die afrikanischen Regierungen bereits ergriffen?

Nach dem Ausbruch der Epidemie in der chinesischen Stadt Wuhan haben 50 afrikanische Staaten bereits Ende Januar erste Gesundheitschecks an den Flughäfen eingeführt. Seit März werden in den Ländern Südafrika, Kenia, Simbabwe usw. im Zuge des Lockdowns massive Ausgangssperren verhängt und das öffentliche Leben somit stark eingeschränkt. Gegen Verstöße greift die Polizei und das Militär ohne Verständnis hart durch. In Addis Abeba und der ruandischen Hauptstadt Kigali sorgen mobile Handwaschstationen für eine Verbesserung der Hygienesituation. Wie lange und ob die Maßnahmen ausreichen bleibt abzuwarten.
 



Wie geht es unseren Fair-Handels-Partnern?

Wir sind in regem Austausch mit unseren afrikanischen Partnern und erhalten regelmäßige Updates:

Sabahar aus Äthiopien

Kathy die Gründerin von Sabahar teilte uns folgendes mit:

Zusammenfassend hat Äthiopien jetzt etwa 40 bestätigte Fälle von Coronavirus. Die Schulen und Regierungsbüros sind geschlossen, aber die Geschäfte sind geöffnet. In ganz Addis Abeba gibt es Handwaschstationen. Der Transport zwischen den einzelnen Regionen in Äthiopien ist fast vollständig eingestellt. Aufgrund der verringerten Auftragslage und zum Schutz der Arbeiter/innen wurde die Mitarbeiteranzahl um 50% reduziert. Somit können wir in den Werkstätten mehr Platz und Freiraum schaffen um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Viele Mitarbeiter/innen haben sich dazu entschieden jetzt Ihren Jahresurlaub zu nehmen. In den kommenden Wochen und Monaten konzentrieren wir uns auf drei Hauptprioritäten:

1. Gesundheitsschutz aller Mitarbeiter/innen

2. Sicherstellung das unsere Exporte pünktlich versendet werden

3. Sorge zu Tragen das unsere externen Weber so lange wie möglich ein zuverlässiges Einkommen erhalten


 

Kapula aus Südafrika
André Applegryn von Kapula berichtet, dass seine südafrikanischen Kunden alle Bestellungen storniert haben. Kapula-Produkte werden im Tourismussektor angeboten. Dort wird durch ausbleibende Touristen ein Einbruch von bis zu 80% erwartet. Das hat dramatische Auswirkungen auch auf Kapula.

Global Mamas aus Ghana

Derzeit ist es unsere oberste Priorität, die Auswirkungen des Virus auf die Gesundheit unserer Global Mamas Community zu mildern, sowohl physisch als auch finanziell.

 

  • Jeder Bürostandort und jede Mama wurde in COVID-19 geschult, einschließlich der Frage, wie man sich selbst schützt und die Ausbreitung verhindern kann. Alle Büros wurden mit zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmittel ausgestattet um die Hygienemaßnahmen zu verbessern
  • Sollte sich der Virus in Ghana weiter ausbreiten, werden die Büros geschlossen und die Mitarbeiter ermutigt zu Hause zu bleiben und soziale Distanzierung zu üben
  • Unser US-Büro trifft zusätzliche Vorkehrungen, um sicherzustellen, dass in den verschiedenen Arbeitsbereichen jeweils nur ein Mitarbeiter anwesend ist. Alle Berührungspunkte werden zwischen den Schichten gründlich gereinigt.
  • Jeder Global Mamas Standort hat seine Ausgaben überprüft und sich verpflichtet, alle nicht wesentlichen Kosten zu eliminieren
  • Da die Produktion zurückgeht werden wir Spenden sammeln damit die Mamas, die ein eigenes Unternehmen besitzen, ihre Grundbedürfnisse weiterhin decken können. Sobald wir finanziell in der Lage sind stellen wir den Mamas zinslose Kredite zur Verfügung


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Du möchtest den Mamas helfen? Mit einem Klick auf diesen Link gelangst Du direkt zur Global Mamas Facebook Spendenaktion.

Alternativ kannst Du auch das Miseror Spendenkonto nutzen:

 

IBAN: DE75370601930000101010
Betreff: Zweck W31111 Global Mamas, Ghana


(Ab einem Betrag von 25 € wird automatisch eine Spendenbescheinigung von Miseror ausgestellt. Bitte unbedingt die vollständige Adresse bei der Überweisung angeben)

Wie kann man die Fairhandels-Produzenten und Weltläden unterstützen?


1. Aktion #fairsorgung
Aufgrund den Ausgangsbeschränkungen und damit verbundenen Geschäftsschließungen in Deutschland kämpfen nicht nur die Produzenten am Beginn der Lieferketten um Ihre Existenz. Auch die heimischen Weltläden sind von den Maßnahmen stark betroffen. Der Weltladen-Dachverband hat in Kooperation mit diversen Lieferanten wie Gepa, El Puente, DWP uvm. die Aktion #fairsorgung ins Leben gerufen. Laut Weltladen-Dachverband verfolgt die Aktion folgendes Ziel:

 

"Ziel ist es, die schlimmsten wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf alle Partner des Fairen Handels abzumildern und die Versorgung der Bevölkerung mit fair gehandelten Produkten zu gewährleisten."

Bei der Bestellung über die jeweiligen Lieferanten-Webshops kann man seinen persönlichen Lieblings-Weltladen in der Bestellmaske auswählen bzw. unterstützen. Ein Teil der Erlöse kommt somit dem jeweiligen Weltladen direkt zu Gute. Zusätzlich haben die Weltläden kreative Vor-Ort Verkaufmöglichkeiten entwickelt. Alle Information zur Aktion #fairsorgung findest Du hier.

2. Kaufe fair gehandelte Produkte
Wir freuen uns natürlich über jede Bestellung die bei uns im Fairtrade Afrika Shop eingeht. Durch deinen Einkauf können wir unsere afrikanischen Produzenten auch weiterhin finanziell unterstützen und neue Nachbestellungen in Auftrag geben. Um dein Einkaufserlebnis so angenehm wie möglich zu gestalten liefern wir jede Bestellung versandkostenfrei ab 40 Euro Bestellwert mit DHL GoGreen aus. Die Bezahlung via Kauf auf Rechnung und eine kostenlose Rückgabemöglichkeit zählen ebenfalls dazu.

 

3. MNS-Masken (Mund-Nasen-Schutz) von Global Mamas
Die MNS-Masken von Global Mamas wurden in Koordination mit der University of Cambridge entwickelt. Um die Frauen weiterhin in Lohn und Arbeit zu halten hat Global Mamas nun damit begonnen, MNS-Masken herzustellen. Zunächst für die eigenen Mitarbeiterinnen, mittlerweile aber auch für Krankenschwestern, medizinisches Personal und Vorerkrankte. Auch wir in Europa müssen wohl lernen, damit umzugehen. Die Masken sind zweilagig und wie alle Produkte von Global Mamas, aus Bio-Baumwollstoff hergestellt. Jeder Maske liegt ein Informationsblatt bei, das die Verwendung und den Einsatzbereich beschreibt. Die Masken sind bei 60 Grad waschbar und der Stoff ist GOTS-zertifiziert. 

 

FAS Corona-Sonderaktion
Im Rahmen der Herstellung von MNS-Masken durch die Frauenkooperative Global Mamas haben wir uns dazu entschieden diese ins Sortiment aufzunehmen. Wir möchten durch den Verkauf aber keinen Gewinn erzielen. Alle Erlöse die erzielt werden leiten wir ohne Umwege als Spende direkt an die Mamas weiter. 

  

Die MNS-Masken werden in Kürze im Shop erhältlich sein! Wir halten Euch hierzu auf unseren social Media Kanälen bei Facebook und Instagram auf dem Laufenden.


Unser Fazit

Wir verfolgen die Geschenisse auf dem afrikanischen Kontinent ganz genau und sind in regem Austausch mit unseren Produzenten vor Ort. Aufgrund der Pandemie verschieben sich auch einige Nachlieferungen wie z.B. die bunten Wäschekörbe aus dem Senegal. Doch das alles ist in der aktuellen Situation nicht wichtig! Wir beten und hoffen das sich die Pandemie auf unserem Lieblingskontinent nicht so stark ausbreiten wird wie in den USA oder Europa. Die Auswirkungen wären wirklich verheerend. Ebenfalls vertrauen wir auf den Ubuntu Spirit, den Zusammenhalt und die Vernunft der Menschen! Der afrikanische Kontinent musste in der Vergangenheit schon viele Krisen bewältigen und wir sind frohen Mutes das auch COVID-19 überstanden wird!

In Teil 2 dieser Blogreihe wird unser Freund und FAS Wegbegleiter Franz Ludwig Keck in einem Interview die aktuellen Entwicklungen in Simbabwe schildern. Er hat uns in einem Telefonat seine persönlichen Einschätzungen mitgeteilt. Das Interview veröffentlichen wir am Freitag den 24. April 2020.


Tags: Corona
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